Es gibt Fotos von mir, die ich manchmal anschaue und bei denen mein erster Gedanke nicht der vernünftigste ist. Damals war meine Taille schmaler. Meine Haut straffer. Mein Bauch anders. Meine Beine sahen anders aus.

Und natürlich weiß ich, dass zwischen der Frau auf diesem Foto und der Frau, die heute davor sitzt, viele Jahre liegen. Mein Körper hat gelebt, gearbeitet, Stress ausgehalten, sich verändert und mich durch unzählige Phasen meines Lebens getragen. Trotzdem erwische auch ich mich manchmal dabei, ihn mit einer früheren Version von mir zu vergleichen.

Ich glaube, viele Frauen kennen dieses Gefühl. Wir stehen morgens vor dem Spiegel und suchen beinahe automatisch nach dem, was sich verändert hat. Die Haut ist weicher geworden, Fett verteilt sich plötzlich anders, Muskeln verschwinden schneller, wenn wir nicht trainieren, und manchmal zeigt die Waage eine Zahl, obwohl wir überzeugt sind, gar nichts anders gemacht zu haben.

Gerade rund um die Wechseljahre können hormonelle Veränderungen zusätzlich beeinflussen, wo Fett gespeichert wird, wie sich Körperzusammensetzung und Muskelmasse entwickeln und wie wir schlafen oder uns regenerieren. Das bedeutet nicht, dass wir unserem Körper ausgeliefert sind. Aber es bedeutet, dass es wenig sinnvoll ist, von einem Körper mit 50 exakt dieselben Reaktionen zu erwarten wie mit 25.

Ich möchte meinen Körper nicht zurück. Ich möchte ihn weiterentwickeln.

Lange war Fitness für Frauen vor allem mit einem Ziel verbunden: weniger zu werden. Weniger Gewicht. Weniger Bauch. Weniger Umfang. Eine kleinere Kleidergröße.

Was soll mein Körper können?

Heute interessiert mich eine andere Frage viel mehr. Ich möchte stark sein. Ich möchte problemlos eine Treppe hinaufgehen, schwere Einkaufstaschen tragen, einen Koffer heben, lange durch eine fremde Stadt laufen und mich nach einem langen Tag noch immer gut bewegen können. Ich möchte Muskeln haben, die mich tragen. Ich möchte Beweglichkeit behalten und möglichst lange unabhängig bleiben.

Und ja, ich möchte auch gut aussehen. Ich finde nicht, dass Frauen so tun müssen, als dürfte uns unser Aussehen ab einem bestimmten Alter plötzlich nicht mehr interessieren. Ich trainiere auch, weil ich meinen Körper formen möchte. Ich freue mich, wenn ich mich in einem Kleid schön finde oder im Spiegel sehe, dass sich Training auszahlt.

Aber es ist ein Unterschied, ob wir unseren Körper verändern wollen, weil wir ihn hassen, oder weil wir gut mit ihm umgehen möchten. Das eine ist ein Kampf. Das andere ist Zusammenarbeit.