Wenn ich manche Trainingspläne sehe, frage ich mich manchmal, für wen sie eigentlich geschrieben wurden.
Fünfmal Krafttraining pro Woche. Dreimal Cardio. Zehntausend Schritte täglich. Meal Prep. Mobility. Stretching. Acht Stunden Schlaf. Natürlich ausreichend trinken – und bitte Stress vermeiden.
Alles sinnvoll.
Nur haben viele Frauen nebenbei noch einen Beruf, Kinder, Haushalt, Termine, Eltern, um die sie sich kümmern, und ungefähr siebzehn andere Dinge, die bis morgen erledigt werden müssen.
Wenn Fitness nur dann funktioniert, wenn das restliche Leben perfekt organisiert ist, wird sie für die meisten von uns nicht lange funktionieren. Ich glaube deshalb inzwischen viel stärker an eine andere Strategie: Nicht den Alltag um den Trainingsplan bauen, sondern den Trainingsplan um den Alltag.
Drei gute Einheiten sind nicht schlechter als fünf, die du nie schaffst
Einer der größten Fehler ist, mit einem Plan anzufangen, den wir langfristig gar nicht einhalten können. Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag und Samstag Training klingt auf Papier vielleicht hervorragend. Wenn du aber jeden zweiten Termin absagen musst, entsteht nach kurzer Zeit das Gefühl, ständig zu versagen.
Dabei war nicht deine Disziplin das Problem. Der Plan war das Problem.
Für eine berufstätige Frau können drei Krafttrainingseinheiten pro Woche bereits eine sehr solide Grundlage sein. Je nach Ausgangslage können auch zwei konsequent absolvierte Einheiten wertvoller sein als ein ambitionierter Fünf-Tage-Plan, der nach drei Wochen endet. Die entscheidende Frage lautet nicht: Was wäre theoretisch optimal? Sondern: Was kann ich auch in einem stressigen November noch durchhalten?
Plane nicht deine perfekte Woche. Plane deine chaotische Woche.
Das ist vielleicht mein wichtigster Trick. Wenn ich einen Trainingsplan nur für Wochen entwerfe, in denen nichts dazwischenkommt, brauche ich eigentlich gar keinen Plan. Das Leben kommt dazwischen. Ein Kind wird krank. Im Büro dauert etwas länger. Man schläft schlecht. Ein Termin wird verschoben.
Deshalb hilft ein Plan B. Wenn drei Trainings geplant waren und nur zwei möglich sind, sind zwei nicht „gescheitert". Sie sind zwei absolvierte Trainingseinheiten. Wenn eine Stunde nicht möglich ist, mache 30 Minuten. Wenn das Fitnessstudio heute nicht funktioniert, geh spazieren.