Es gab eine Zeit, in der Beauty für mich hauptsächlich bedeutete, etwas zu verbessern. Die Haut sollte glatter sein, die Augen größer wirken, die Haare voller, die Beine brauner und der Bauch natürlich flacher. Irgendwo gab es immer etwas, das optimiert werden konnte.
Mit den Jahren hat sich mein Blick darauf verändert. Nicht, weil mir mein Aussehen plötzlich egal wäre. Ganz im Gegenteil. Ich liebe es, mich zurechtzumachen. Aber ich möchte morgens nicht vor dem Spiegel stehen und nach meinem früheren Gesicht suchen. Ich möchte das Gesicht mögen, das mich heute anschaut.
Ich möchte nicht gegen mein Alter kämpfen
Ich finde den Begriff Anti-Aging inzwischen merkwürdig. Anti – also gegen. Gegen das Älterwerden. Gegen Falten. Gegen Veränderungen. Im Grunde gegen einen Prozess, den wir uns gleichzeitig möglichst lange wünschen sollten.
Natürlich möchte ich meine Haut pflegen. Ich sehe überhaupt keinen Widerspruch darin, mein Alter zu akzeptieren und gleichzeitig etwas für mein Aussehen zu tun. Aber ich möchte nicht jeden Morgen mit dem Gedanken beginnen, etwas an meinem Gesicht bekämpfen zu müssen.
Ich kümmere mich um mich. Das ist etwas völlig anderes.
Je älter ich werde, desto weniger glaube ich an das eine Wundermittel. Eine sanfte Reinigung, ausreichend Feuchtigkeit und konsequenter Sonnenschutz bilden für viele Frauen bereits eine vernünftige Basis. Was ich viel wichtiger finde, ist Regelmäßigkeit. Die teuerste Creme hilft wenig, wenn sie drei Wochen begeistert benutzt wird und danach im Schrank verschwindet.
Unser Gesicht darf zeigen, dass wir gelebt haben
Natürlich sehe ich Veränderungen. Ich sehe Linien, die früher nicht da waren. Und ja, es gibt Tage, an denen ich das weniger charmant finde. Aber zwischen „Diese Falte gefällt mir nicht" und „Mein Gesicht gefällt mir nicht mehr" liegt ein großer Unterschied.
Wir sollten aufpassen, dass wir nicht anfangen, uns selbst nur noch in Einzelteilen zu betrachten. Treten wir einen Schritt zurück. Da ist eine Frau. Vielleicht sieht sie nicht mehr aus wie mit 25. Aber vielleicht besitzt sie heute eine Präsenz, die sie damals noch gar nicht haben konnte.